Wenn man
Abends
ein Feuer
hat
und
Freunde
darum
sitzen
wird man eines nicht:
satt
Wilkommen bei meinen Notizen
nicht
aber
wissen um
Einflüsse
auch ungewollte
um das
was die Sprache
verschlägt
Die Sprache verschlagen
hat Gründe
Befristet
Pause
Kein Erwerb
Nötig
Die Atmung darf
wieder einsetzen
nach
der Wende
Dazu: Fado als Hintergrundmusik und ein Bussard in der Nische auf dem Ast an der Fichte, ein Hund neben mir, ein Bild von einem kleinen Jungen, der ein
verkleidetes
Schäfchen
mit einer Hand
hält.
Heimlich
im Griff.
Sieben Leben hat die Katze.
Nie wieder esse ich “Mon Cherie”.
Eine Art
Glaube
räuchert sich durch
das Haus.
Schon wieder
überlebt
Flohmarkteroberungen:
Holzschuhe
Ein Buch mit dem Titel “Zehn kleine Negerlein”
(Nein, nicht das!)
ein Totem auf dem steht: Boma Canada
(…und so bleibt alles marginal)
Bedacht
einer Ahnung
von Liebe
Die hungrigen Seelen
in denen sich noch Raum
ausbreitet
Die aufrecht Stehenden
die ihre Selbstgefälligkeit und Sattheit auszuhalten
täglich
lernen
Müssenden
Hänschen spricht
weine nicht
fällt nicht ins Gewicht
geh doch vors Gericht
ist nur deine Sicht
ich muss jetzt auf Schicht
bin ein kleiner Wicht
für frische neue Frühlingsgedichte
und andere Fastalitterationen
bin ich nicht
zuständig
vertrete ich doch nur
Randpositionen
ziehe zu Felde
und ernte Respekt
und folge dem Ruf
der Gerichte
bekomme Urteile statt Recht
das Recht hat sich versteckt
zeigt sich nicht
von Angesicht
zu Angesichte
und schlägt sich nieder
in Billiggerichte
komm nicht zur Ruh
hinter jeder Ecke
lauert der Ex und macht Buh
ich verstecke
mich
mein Ich
kauert
am Boden
den Rücken zur Wand
Rand
Welche Bande mich halten?
Die Neuen
die Alten
die Kinder
sie hören noch zu
heucheln nicht
verstehen
lernen selbst
zu gehen
das „Kind sein“ verliert sich am Weg
„Meine Mama ist schräg“
und was schief gehen kann
geht auch schief-
Wirbelsäulenverkrümmung
fürs Archiv
Computergesteuertes Dorfglockengeläut
es läutet sie her
ungeläutert
Leut’, Leut’ schaut’s euch an
wie sie nicht mehr
und immer noch
kann
Ernte: Respekt und Spott und Häme
die Töne
sie sitzen
so tief
in den Ritzen
die Töne sie sitzen so tief
die Glocken
zur ewigen Ruhe
sie locken
wer war’s, der mich bei meinem Namen
rief
in Ewigkeit Amen
und was ging schief?
Alles was gehen kann
alles was fliegen kann
es fliege hoch
so hieß es
in Kindertagen doch?
Sie fliegt
doch
noch
sie fliegt aufs Gesicht
die Schnauze, die Nase
sie fliegt ins Gericht
“…des is nur a Phase!”
sie fliegt in die Stadt
dort nur Gerase
sie zeigt was sie hat
was sie kann, was sie will
ist doch nicht viel
die Glocken sie schweigen
wieder
die Kinder singen Lagerfeuerlieder
es schmerzen die Glieder
der Flieder
blüht
noch nicht
wie war das
Frühlingsgedicht?
Neu und frisch
direkt auf den Tisch?
geschmückt
verzückt
ehren
verwehren
bitte keine Gesten
für die schon halb verwesten
und dann kommt der Zivi
der Hiwi
durchbricht die Gedanken
die Schranken
sie fallen und im Fallen fallen
Worte
hinuntergeschluckte, verdrängte
ungedruckte
geschenkte
verbrannte versengte
erhängte
gekränkte
gelenkt und geleitet
Worte
wie
„…sie ist so zart besaitet!“
Worte
wie
„..sie dreht ab…
…durch …am Rad!“
Worte
Frühlingsgedichte?
Kaputt der Boiler
die Wasch- und die Spül-
maschine
„…das kostet nicht viel…
…so ist es eben…
…das Leben!“
Ausschlag der Sohn
und zum Hohn rote Stellen
von was nur
vom quälen
mit Leben
und leben lassen
sie möchte hassen
Hass und Wut
tun gut
Keine Frühlingsgedichte!
schlichte
Liebe
in jedem Satz
und im Gegen-Satz
runde Randposition
ihr Platz
„Jaja sie kann es schon.“
Und das Schreiben
das dadurch am Leben bleiben
und das Aneinanderreiben
zwischenzeilich verweilen
ohne zum nächsten
zum Nächsten
zum Nächsten
zum Nächsten
zum Nächsten
zu eilen
Das Auto kaputt
Schulden bei der Bank
sie selber
krank
der Sohn
Punk
auf seine Art
liegt gut verwahrt
auf verschiedenen Kissen
Lagerung
muss nichts missen
nichts müssen
und kann nichts
wenn für andere Frühling
Sommer, Herbst, Winter
Wochenend, Feiertag
Urlaub oder freier Tag
ist für sie
Pflege
Pflege des Gehege
und Gelege
weil vergessen
was
„Kinder machen“
ist
und lachen
„Achtzehn ist die Frist
dann machen
wir
was wir wollen
nicht was wir sollen!“
Die Dinge ins Rollen
bringen
so dass die Kinder
Lagerfeuerlieder singen
ohne Religion
rein
wegen dem Ton
des Singens
des Klingens
Der eingeborene Sohn
und dessen Bedeutung
ohne Zähne
ohne Zähne
nur dass ich’s erwähne
Das passiert
wenn man auf die Schnauze fällt
die Schnauze nicht hält
Frische neue Frühlingsgedichte?
mit nicht
e
Freunde
zu haben
die ein
“Komm!”
die ein
“Sei da!”
nicht
als Missbrauch
der frostigen Freiheit
missverstehen
sind
Segen
als sich beim Malen langsam die Tapete löste
da wurde ihr gleich klar dass sie mal wieder döste
ihr halbes Leben
den falschen Männern gegeben
und da kam der Nächste der sie einmal mehr entblößte
es kam der point of return
und sie dachte
ohja sie hatte ihn gern
er war der Größte
so geht’s nicht weiter und sie wachte
auf
und nieder und lachte
zefix egal auch
was sie machte
sie tats in Trance
und es war richtig und falsch
so wie ein Feuer im Wald
sie gab den Dingen Gestalt
für sie gabs keinerlei Halt
sie drückt sich aus mit Gewalt
und schwimmt im Tränensee
erreicht in sich die Insel des komm und vergeh
und sie sagt keinen Ton
jaja das kennen wir schon
nur die Tränen rinnen
und wie von Sinnen
schreits in ihr drinnen
stirb und werde
Mutter Erde
und sie fällt in den nächsten Traum
den nächsten Baum
ohne abzuhaun
ohne sich umzuschaun
es hat sie umgehaun
als sie so für sich döste
und sich beim Malen langsam die Tapete löste
(aus: Leviten 2007/2008)
Abgelegt unter: Dichtes
Das Leben
möcht’ ich mir
auf allen Zungen
zergehen lassen
und vergehen
Die Zungen
die mich sprechen
vergessen
auchgerade
im Trauern
Abgelegt unter: Hausfrauenreport | Tags: Beerdigung, Prosa, Tod
Den Nachtzug nach Lissabon, den nehme ich nicht. Nein, ich fliege.
Allerdings könnte ich das Buch mitnehmen. Es liegt schon arg lange ungelesen rum.
Die Lesebrille hat sich auch eingefunden, beim Putzen, irgendwann, vorletzte Woche… ich weiß nicht mal mehr, wer den Besen geschwungen hat.
Einer von meinen “Engeln” halt.
Schöne Momente:
Eine engelsgleiche Elfin warf Rosenblätter.
Und es waren viele Kinder da. Kinder und Kindeskinder
und Babys…
Ein Zivi “mehr, als ehrenhalber”, mirFreunde, ein Zivi “verwandtschaftlicherseits” und einer von Herzen, vermutlich ein “moderner Ritter”…
Und: Die HebAmme!
Wurzeln, Stamm, Äste
Blätter, Blüten, Früchte
- Menschen aus allen Lebensbereichen.
Das Internat mit dem Klassiker “Komm bald wieder, Severin!” – gesungen von seiner anderen Familie und der Schulgruppe auf ein Aufnahmegerät namens “stepbyStepButton” mit rießigem roten Knopf, gesungen, anlässlich seiner “krankheit” und in der Hoffnung einer Genesung.
Wenn ich all meine Erinnerungen
jetzt
nicht aufschreibe,
werden sie verschwimmen, verwässern, verklären und verteufeln, erklären, womöglich auch.
Fühlen möcht’ ich, spüren!
War Krankenschwester, Pflegerin, Arzt und noch mehr, war kaum mehr “Mama”, am Rande noch, wo sonst.
Das “Mama” – in Sprache meiner Nichten und Neffen das “Tantchen” – als sie, die Nichten und Neffen Fotos anschauten, abends, nach der Beerdigung, daheim, geschützter Raum, Freunde, Vertraute, auch Familie…
…als sie Fotos anschauten und ich mitguckte, angelockt von lautem Lachen aus Severins Zimmer, ich guckte über deren Schultern auf Fotos.
Fotos mit Vergangenheit.
Er, als Baby, mit Schnuller im Mund auf meinen Knien.
Stück für Stück finden sich die Verluste ein.
Ich habe den Schutz verloren.
Und die Randposition.
Solange durfte ich mir die Beine am Rande vertreten… und, ich schätze, DAS ist nicht vorbei…
und nun soll ich mich in Richtung “Mitte” begeben? Meine eigene womöglich?
Puhhh!
Habe Restholz verbrannt, vom Sarg, von den Griffen, habe zugeschaut, wie die Flammen es auffraßen.
Ich werde viel gefragt, wie es mir geht. Und den Kindern. Und die Kinder werden auch gefragt.
Tochting hat sich jetzt vorerst “… den Umständen entsprechend” als Antwort zu Recht gelegt.
Diese Frage:
“Wie geht’s Euch denn?”
stellt sich gerade nicht. Ich glaube fast: Noch länger nicht.
Es vergeht Zeit.
Fast drei Wochen schon vorbei, vorbei gerast.
Ich muss weg. Ich nehme den Flieger. Und den “Nachtzug…” mit.
… dass wir keine Ente auf den Sarg geklebt haben! Unverzeihlich!
Abgelegt unter: Hausfrauenreport | Tags: Hausfrauenreport, Lesung, Lyrik, Will Staple, Zum Alten Spiegel
Zum Alten Spiegel heißt eine Kneipe, die ich mag.
Auch, wenn mir das Interieur ab und an ein klein wenig Angst einjagt, nicht die “Ahnengalerie” und nicht “Che”, auch nicht die Bilder, die Bar, die Musik… aber eben manchmal die Waffen und ein paar andere Kleinigkeiten.
Zur Lesung gestern hat alles gepasst.
Will Staple stand rechts unterneben dem Hutregal vor der Wand, deren Deko kombiniert mit seinem amerikanischen Slang in mir einen Haufen an Assoziationen auslöste, zufürderst: “Buffalo Bill”. Buffallo Bill und erst mal nichts weiter.
Von Egon Günter wurde Will Staple vorgestellt als “Minnesänger”.
Zurecht und auch spürbar, wenn er einige wenige Gedichte an diesem Abend sang. …weiterlesen
Daran
dass ich spüre
wie heilsam
das Schlendern
durch den Garten
ist
sein kann
merke ich
wie krank ich bin
Daran
dass ich schlendern kann
wie gesund!